Giftige-Ballerei - Dingolfing-Landau
Cool geballert? Uncool den Rest vergessen.
Cool geballert? Uncool den Rest vergessen.
Hintergrund:
Die Warnungen auf diesem Plakat verdeutlichen die gravierenden Umwelt- und Sicherheitsrisiken, die von liegengebliebenem Silvestermüll ausgehen. Feuerwerkskörper hinterlassen chemische Gifte und schwer abbaubare Kunststoffe, während die falsche Entsorgung der Reste eine akute Brandgefahr darstellt.
Hier sind die detaillierten wissenschaftlichen und praktischen Fakten zu den einzelnen Aussagen:
1. „Reste von Feuerwerkskörpern enthalten Schwermetalle. Bleiben diese liegen, werden durch Schmelzwasser oder Regen diese giftigen Stoffe ausgewaschen, vergiften den Boden und das abfließende Schmel- oder Regenwasser.“
- Die Chemie im Feuerwerk: Damit Raketen und Batterien am Himmel bunt leuchten, werden dem Schwarzpulver verschiedene Metalle und chemische Verbindungen beigemischt. Strontium färbt die Flamme rot, Barium sorgt für Grün, Kupfer für Blau und Titan erzeugt die weißen Blitze.
- Der Auswascheffekt: Nach der Explosion lagern sich diese chemischen Rückstände als Verbrennungsprodukte in den ausgebrannten Papp- und Tonhüllen sowie im Ruß am Boden ab. Setzt danach Regen oder Schneeschmelze ein, lösen sich die Schwermetalle extrem leicht aus den Resten heraus.
- Ökologische Folgen: Die Gifte sickern direkt in den Boden und belasten die lokale Pflanzen- und Tierwelt. Über den Oberflächenabfluss gelangen sie zudem ungefiltert in Bäche und Flüsse, wo sie Wasserorganismen und Fische chronisch schädigen können.
2. „Kunststoffreste verrotten nicht, sondern werden zu Mikroplastik.“
- Der Plastikanteil bei Silvesterknallern: Viele Menschen glauben, dass Feuerwerkskörper nur aus Pappe und Ton bestehen. Das Umweltbundesamt (UBA) weist jedoch regelmäßig darauf hin, dass tonnenweise Kunststoffe verbaut werden – etwa Zündschnurabdeckungen, Rakisenkappen, Halterungen, Standfüße und die Hüllen von Knallern.
- Das Mikroplastik-Problem: Da es sich um konventionelle Kunststoffe handelt, unterliegen sie keinem biologischen Abbau. Durch UV-Strahlung, Frost und mechanische Reibung (z. B. durch Autos) zerfallen die liegengebliebenen Plastikteile im Laufe der Zeit in winzige, unsichtbare Fragmente. Dieses Mikroplastik lagert sich dauerhaft in den Böden an oder wird über die Kanalisation in den Wasserkreislauf gespült.
3. „Baller-Müll muss abkühlen sonst kann die Restmülltonne brennen. Danach muss er über die Restmüllverbrennung nachhaltig entsorgt werden.“
- Die unterschätzte Glut: Nach dem Abbrennen von Feuerwerksbatterien oder Vulkanen bleibt im Inneren der Pappkonstruktionen oft noch stundenlang eine immense Hitze oder unbemerkt glimmende Glutnester zurück. Werden diese direkt nach Mitternacht in die Mülltonne geworfen, entzündet sich der umliegende Hausmüll. Dies führt jährlich zu hunderten Bränden von Mülltonnen und Entsorgungsfahrzeugen.
- Richtiges Vorgehen: Verbraucherschützer und Entsorger empfehlen, den Müll bis zum Neujahrsmorgen im Freien auskühlen zu lassen, oder in einem Eimer mit etwas Wasser, das von den Feuerwerksresten aufgesogen wird, abzukühlen.
- Der Entsorgungsweg: Ausgebrannte Feuerwerkskörper gehören ausschließlich in die Restmülltonne (graue Tonne). Sie dürfen trotz des hohen Pappanteils nicht in die Altpapiertonne, da die Pappe durch Ruß- und Chemikalienreste stark kontaminiert ist und das Papierrecycling unmöglich macht. In der Restmüllverbrennungsanlage werden die Reste bei über 850 °C sicher verbrannt, wodurch Schadstoffrückstände kontrolliert zerstört und gefiltert werden.

