Kippen-Gift - Dingolfing-Landau
Kippen-Gift
Cool geraucht? - Uncool weggeworfen.
Hintergrund
„2/3 aller Kippen landen in der Umwelt“
- Die Quelle: Diese Zahl basiert auf offiziellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). [1, 2]
- Das Ausmaß: Jährlich werden weltweit rund 6 Billionen Zigaretten geraucht. Hochrechnungen zufolge werden davon circa 4,5 Billionen Kippen achtlos weggeschnippt. [1, 2, 3]
- In Deutschland: Allein in Deutschland werden jährlich weit über 100 Milliarden Zigaretten konsumiert. Schätzungen des BUND zufolge landen davon zig Milliarden Stummel auf Straßen, in Parks und Gewässern. [1, 2, 3]
2. „In der Kippe sammeln sich verschiedene Gifte wie Nikotin, Cadmium und Arsen. Diese Gifte verseuchen den Boden...“
- Der Giftcocktail: Ein Zigarettenfilter hat die Aufgabe, Schadstoffe aus dem Rauch abzufangen. Dadurch konzentrieren sich im gebrauchten Filter bis zu 7.000 chemische Verbindungen. Mindestens 50 bis 70 davon sind nachweislich krebserregend. [1, 3]
- Die Substanzen: Neben dem Nervengift Nikotin lagern sich Schwermetalle wie Cadmium, Blei, Kupfer und krebserregendes Arsen sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe im Filter an. [1, 2]
- Auswirkung auf den Boden: Gelangen diese Stoffe in die Erde, schädigen sie Mikroorganismen und die Bodenfauna massiv. Studien zeigen zudem, dass die Gifte das Keimen und Wachstum von Pflanzen in der Umgebung nachweislich hemmen. [1, 2, 3, 4]
3. „Regenwasser im Gulli wäscht diese Gifte aus... Eine Kippe vergiftet 50l Regenwasser.“
- Auswaschung in Minuten: Sobald eine Kippe nass wird, werden die Schadstoffe extrem schnell gelöst. Das Nervengift Nikotin wäscht sich oft schon innerhalb der ersten 30 Minuten fast vollständig aus. [1]
- Die Wassermenge: Die Angabe auf dem Plakat (50 Liter) liegt im wissenschaftlichen Konsens. Je nach Studie und Definition der Schadplatzgrenze verunreinigt eine einzige Kippe zwischen 40 und 60 Liter Grundwasser (bzw. bis zu 1.000 Liter Wasser mit einer für Kleinlebewesen relevanten Menge Nikotin). [1, 2, 3]
- Tödlich für Wassertiere: In Labortests reicht bereits die Konzentration von einem Stummel pro Liter Wasser, um die Hälfte der darin schwimmenden Fische innerhalb von 4d zu töten. Wasserflöhe reagieren noch empfindlicher. [1, 2, 3, 4]
- Das Gulli-Problem: Gullis und Straßenabläufe leiten das Regenwasser oft ohne Umweg über eine Kläranlage direkt in nahegelegene Bäche und Flüsse weiter. [1]
4. „Kalte Kippen gehören in die Restmülltonne.“
- Kein Biomüll, kein Recycling: Zigarettenfilter bestehen nicht aus Papier, sondern aus Celluloseacetat. Das ist ein schwer abbaubarer Kunststoff (Plastik).
- Zersetzungsdauer: Im Süßwasser dauert es ca. 15 Jahre, im Salzwasser sogar bis zu 400 Jahre, bis ein Filter zerfällt. Dabei verrottet er nicht biologisch, sondern zerfällt in gefährliches Mikroplastik, das über Fische und Vögel in die Nahrungskette gelangt.
- Der richtige Weg: Nur im Restmüll wird die Kippe der thermischen Verwertung (Müllverbrennung) zugeführt, wodurch die Gifte unter kontrollierten Bedingungen verbrannt und zerstört werden. Wichtig ist hierbei nur, dass die Kippe vollständig erkaltet ist, um Brände in der Tonne zu vermeiden. [1, 2, 3, 4, 5, 6]

