Interaktive Wanderausstellung regt Jugendliche zum Umdenken an.
„Alltag entdecken. Umwelt verstehen. Zukunft mitgestalten.“ Unter diesem wegweisenden Motto ist in der Aula des Sonderpädagogischen Förderzentrums eine neue Wanderausstellung des Lionsclubs Dingolfing-Landau an den Start gegangen. Für die kommenden zwei Wochen bilden die interaktiven Schautafeln die Basis für die pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern.
Der Schulleiter Dr. Markus Wolfer bedankte sich im Rahmen der Eröffnung herzlich beim Lionsclub für die initiative Idee und die Möglichkeit, das wichtige Projekt direkt im Schulalltag verankern zu können.
Der Initiator der Aktion, Dr. Willy Miksch, Umweltbeauftragter des Lionsclubs Dingolfing-Landau, zeigte sich hocherfreut über die große Bereitschaft der Schule. Es sei von zentraler Bedeutung, die Anregungen der Plakate direkt an die Jugendlichen heranzutragen und sie zur aktiven Reflexion des eigenen Verhaltens im Alltag zu ermuntern.
Die sechs jeweils 1,80 Meter hohen und knapp einen Meter breiten Basisplakate sind so konzipiert, dass sie durch eine klappbare Konstruktion Neugier wecken. Auf der Vorderseite prangt eine provokante Alltagsfrage. Wird das Plakat zur Seite geklappt, kommt die fundierte Antwort zum Vorschein, ergänzt durch einen QR-Code, der zu weiterführenden Informationen führt. Die Ausstellung greift dabei sechs alltägliche Umweltsünden auf, die unter dem Slogan „Cool..., aber uncool...“ thematisiert werden.
So wird unter anderem das Problem der Zigarettenkippen beleuchtet, von denen zwei Drittel in der Natur landen. Ein einziger Filter wäscht Gifte wie Nikotin, Cadmium und Arsen aus und verunreinigt damit bis zu 50 Liter Regenwasser. Ebenso rücksichtslos ist das achtlose Ausspucken von Kaugummis. Diese können zur Todesfalle für Hunde werden, da sie oft den für Tiere hochgiftigen Birkenzucker enthalten, und sorgen zudem für Ärger an Schuhen und Tischen. Ein weiteres aktuelles Thema sind Einweg-E-Vapes. Die leeren Gehäuse enthalten wertvolle Lithium-Batterien, die im normalen Müll eine erhebliche Brandgefahr darstellen und wertvolle Rohstoffe verschwenden, weshalb sie unbedingt im Handel zurückgegeben werden müssen.
Auch scheinbar einmalige Aktionen hinterlassen Spuren, wie die Reste von Feuerwerkskörpern zeigen. Deren Rückstände enthalten Schwermetalle, die in den Boden gewaschen werden, während die Kunststoffteile zu Mikroplastik zerfallen. Ebenso kritisch ist die Entsorgung von abgelaufenen Medikamenten über die Toilette oder das Waschbecken. Dies belastet die Kläranlagen, führt bei Antibiotika zu resistenten Keimen und schädigt über Schmerzmittel die Organe von Fischen. Zuletzt mahnt die Ausstellung den Plastikmüll nach Partys in Parks an. Die Abfälle locken Wildtiere an, die daran qualvoll verhungern können, und der Kunststoff gelangt letztlich über die Nahrungskette zurück zum Menschen.
Mit Ausnahme der E-Vapes wird bei fast allen gezeigten Themen deutlich, dass der richtige Entsorgungsweg ganz einfach über die reguläre Restmülltonne führt. Die Wanderausstellung leistet in den nächsten zwei Wochen einen wertvollen Beitrag dazu, dass aus dem unbedachten Wegwerfen ein bewusstes und nachhaltiges Handeln der künftigen Generation wird.

