Umwelt im Fokus: Wanderausstellung des Lions Clubs begeistert an der Mittelschule Dingolfing

Dingolfing-Landau | 06. August 2026 | Miksch
Dingolfing. Die Bewahrung unserer Natur fängt im Alltag an. Genau diesen Leitgedanken brachte die Umwelt-Wanderausstellung des Lions Clubs Dingolfing-Landau jüngst an ihre zweite Station. Für gut zwei Wochen am Schuljahresende verwandelte sich die Mittelschule Dingolfing in ein lebendiges Forum für Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein.

Ein perfekter Ort für den Umweltschutz

Die Wahl der Mittelschule Dingolfing als zweite Station war kein Zufall. Die Schule ist in der Region bereits für ihr tief verankertes und bekanntes Umweltengagement bekannt. Ob Mülltrennung, Energiesparprojekte oder ein bewusster Umgang mit Ressourcen – ökologische Themen gehören hier fest zum Schulprofil. Die Wanderausstellung knüpfte damit nahtlos an die bestehende Arbeit der Schulgemeinschaft an.

Interaktives Konzept weckt Neugier

Die sechs jeweils 1,80 Meter hohen und knapp einen Meter breiten Basisplakate fielen in der Aula sofort ins Auge. Ihr besonderer Clou: Die Aufsteller sind so konzipiert, dass sie durch eine klappbare Konstruktion gezielt die Neugier der Jugendlichen wecken. Auf der Vorderseite prangt jeweils eine provokante Alltagsfrage. Wird das Plakat zur Seite geklappt, kommt die fundierte Antwort zum Vorschein. Ergänzt wird diese durch einen QR-Code, der direkt zu weiterführenden Informationen führt.

Sechs Alltagssünden auf dem Prüfstand

Unter dem Slogan „Cool..., aber uncool...“ greift die Ausstellung sechs alltägliche Umweltsünden auf und liefert wertvolle Denkanstöße zu vertrauten Konsum- und Verhaltensfragen. So wird unter anderem das Problem der Zigarettenkippen beleuchtet, von denen zwei Drittel in der Natur landen. Ein einziger Filter wäscht Gifte wie Nikotin, Cadmium und Arsen aus und verunreinigt damit bis zu 50 Liter Regenwasser. Ebenso rücksichtslos ist das achtlose Ausspucken von Kaugummis. Diese können zur Todesfalle für Hunde werden, da sie oft den für Tiere hochgiftigen Birkenzucker enthalten, und sorgen zudem für Ärger an Schuhen und Tischen. Ein weiteres aktuelles Thema sind Einweg-E-Vapes. Die leeren Gehäuse enthalten wertvolle Lithium-Batterien, die im normalen Müll eine erhebliche Brandgefahr darstellen und wertvolle Rohstoffe verschwenden, weshalb sie unbedingt im Handel zurückgegeben werden müssen. Auch scheinbar einmalige Aktionen hinterlassen Spuren, wie die Reste von Feuerwerkskörpern zeigen. Deren Rückstände enthalten Schwermetalle, die in den Boden gewaschen werden, während die Kunststoffteile zu Mikroplastik zerfallen. Ebenso kritisch ist die Entsorgung von abgelaufenen Medikamenten über die Toilette oder das Waschbecken. Dies belastet die Kläranlagen, führt bei Antibiotika zu resistenten Keimen und schädigt über Schmerzmittel die Organe von Fischen. Zuletzt mahnt die Ausstellung den Plastikmüll nach Partys in Parks an. Die Abfälle locken Wildtiere an, die Plastikteile fressen und daran qualvoll verhungern können. Auch der Mensch ist betroffen, wenn der Kunststoff zu Mikroplastik wird und letztlich über die Nahrungskette im menschlichen Körper landet. Mit Ausnahme der E-Vapes wird bei fast allen gezeigten Themen deutlich, dass der richtige Entsorgungsweg ganz einfach über die reguläre Restmülltonne führt.

Stimmen aus der Schule und vom Initiator

Die Schülerschaft zeigte sich von der anschaulichen Darstellung beeindruckt:

  • „Ich hätte nie gedacht, dass ein Kaugummi für meinen Hund schädlich sin könnte“, zeigte sich ein Siebtklässler sichtlich erstaunt.
  • „Manche Plakate haben mir erst richtig klargemacht, welche Gefahren von Dingen ausgehen, die wir unbewusst wegwerfen“, reflektierte ein Achtklässler. „Besonders die Tiere sind mehr betroffen als ich gedacht hätte“.
  • „Die Tipps für den Alltag sind super leicht umzusetzen. Man muss einfach nur anfangen“, ergänzte eine Schülerin.

Schulleiter Matthias Weber zog ebenfalls eine durchwegs positive Bilanz:

  • „Die Ausstellung war eine Bereicherung für unseren Unterricht. Sie hat unsere Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe abgeholt und zu intensiven Diskussionen angeregt. Die strukturierte Aufbereitung und gelungene Kombination aus Fragestellungen und aufklappbaren weiterführenden Informationen kam bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an. Innerhalb einer kurzen Zeit erhielten unsere Schülerinnen und Schüler viele Denkanstöße im Hinblick auf verantwortungsbewusstes Verbraucherverhalten.“
  • Lehrkräfte schätzten v.a. die motivierend gestaltete Aufbereitung der Ausstellung und dass sie zu verschiedensten Bereichen des Alltages kurz und knapp wesentliche Informationen und wertvolle Denkanstöße lieferte.

Der Initiator der Aktion, Dr. Willy Miksch, Umweltbeauftragter des Lions Clubs Dingolfing-Landau, zeigte sich bei seinem Besuch sichtlich begeistert über das große Engagement vor Ort. Er freute sich sehr über die Bereitschaft der Schule, die Inhalte so aktiv aufzugreifen. Laut Dr. Miksch ist es von zentraler Bedeutung, eine grundlegende Achtung vor der Natur über praxisnahe Beispiele direkt an Jugendliche heranzutragen. Ziel sei es, die junge Generation zur aktiven Reflexion des eigenen Verhaltens im Alltag zu ermuntern.

Die Wanderausstellung leistet damit einen wertvollen Beitrag dazu, dass aus dem unbedachten Wegwerfen ein bewusstes und nachhaltiges Handeln der künftigen Generation wird. Nach zwei erfolgreichen Wochen zieht die Ausstellung nun weiter – an der Mittelschule Dingolfing hinterlässt sie jedoch bleibende Impulse.